Ein Schiff im Hafen ist sicher

November 13, 2015

Habe ich dir eigentlich schon einmal von meinem Lieblingszitat erzählt?

Es war das Zitat von William G.T. Shedd: „A shif at harbor is safe, but thats not for what ships are for.“
Dieses Zitat las ich zum ersten Mal an meinem 17. Geburtstag. Meine Großmutter, die sich zu diesem Augenblick auf Teneriffa befand, sendete mir eine Postkarte mit Geburtstagswünschen und Urlaubsgrüßen, auf der in Großbuchstaben „Ein Schiff im Hafen ist sicher, aber dafür sind Schiffe nicht gemacht.“, stand. Auf der Rückseite schrieb sie von sich, dem Schiff, dass den Hafen, die Heimat, verlassen habe und nun auf einer tollen Insel gestrandet sei. Sie nutze jeden noch so kleinen freien Platz der Postkarte und hielt eine Predigt in fünf Sätzen darüber, wie wichtig es sei, dass Schiff zu sein und den Hafen zu verlassen. Am Ende schwärmte sie davon, was für ein glückliches Schiff sie jetzt sei.
Das zweite Mal las ich dieses Zitat in einem Frauenmagazin. Der Artikel über die Emanzipation der Frau und die Frau in Führungspositionen befand sich gleich auf der ersten Seite. Die Überschrift dieses Artikels lautete weder „Emanzipation der Frau“, oder „Die Frau in der Führungsposition“, sondern „Ein Schiff im Hafen ist sicher, aber dafür sind Schiffe nicht gemacht.“ Im Verlauf des Artikels berichtete eine Frau über ihren Aufstieg im Job. Sie berichtete von ihrer Karriere in einem Unternehmen. Es ging darum, dass die Frau als Schiff den Hafen verlassen habe. Ihre Stimme und ihre Rechte ergriffen habe, weil sie nicht das Schiff sein wollte, dass ein Leben lang im Hafen vor sich hin und her schaukele.
Das dritte Mal fand ich dieses Zitat dann auf einem Werbeplakat. Dort war ein junger Mann abgebildet, der sich über seine Zukunft nicht sicher war. Das Zitat sollte ihn aufmuntern seine Comfort Zone zu verlassen, rauszugehen, in See zu stechen und die Welt zu entdecken.
Ich war immer beeindruckt von den Menschen und den Geschichten, die man mit diesem Zitat verband. Ich war immer begeistert von den Häfen und den Schiffen. Von den sicheren Häfen und den großen Schiffen, die keine Angst vor dem großen Meer hatten. Die einfach los geschippert sind, obwohl sie im Hafen einen sicheren Platz hatten.
Damals schnitt ich mir den Artikel aus der Zeitschrift sogar aus und klebte ihn mir in mein Notizbuch. An dem Werbeplakat, das damals in der Stadt aushing, rannte ich mindestens zehnmal vorbei und die Postkarte von Oma hob ich noch lange Zeit in der untersten Schublade meines Nachtspints auf.
Mit den Jahren verliebte ich mich immer mehr und mehr in dieses Zitat und träumte davon irgendwann auch einmal William G.T. Shedds Worte unter ein nettes Bild, einen hübschen Text oder ein Porträt von mir setzten zu können.
Lange Zeit stand dieses Zitat auch noch an meiner Wohnzimmerwand, über dem Sofa, bis der Tag kam, an dem ich es aus Wut, Hass und vielleicht auch aus Verzweiflung in einem dunklen rot übermalte.
Doch irgendwann kam der Tag, an dem ich dieses Zitat zum ersten Mal selber benutzte. Zum ersten Mal wollte ich auch mal das Schiff sein. Ich wollte das glückliche Schiff von Omas Postkarte sein, das emanzipierte Schiff aus dem Artikel des Frauenmagazins und das unabhängige und freie Schiff sein, dass das Werbeplakat versprach. Ich wollte raus. Ich wollte als Schiff den sicheren Hafen verlassen und in See stechen, die Welt erkunden.

Ich wischte die letzten Tränen weg, die eine salzige, klebrige Spur auf meiner Wange hinterließen. Seit vier Stunden saß ich jetzt schon hier, irgendwo in einer Ecke auf dem kalten Fußboden und versuchte dir noch einen Brief zu schreiben. Eine Art Abschiedsbrief ohne das das Wort zu benutzen, weil ich ja eigentlich keinen Abschied wollte, sondern nur ein „Bis bald“. Aber einen „Bis bald“ Brief gab es ja nicht. Deshalb war es doch ein Abschiedsbrief. Eben nur ohne Abschied und mit ganz viel „Bis bald“.
Der dritte Versuch dir einen Abschiedsbrief zu schreiben, gelang mir nach vier Stunden und dreiundzwanzig Minuten. Ich setzte meine Unterschrift unter den Brief und las ihn mir ein zweites Mal durch. Er klang irgendwie so unentschlossen. So als könnte ich mich nicht zwischen dem „Bis bald“ und dem „Auf nimmer Wiedersehen“ entscheiden. Ich schrieb über die vielen schönen Stunden, ließ einige Momente Revue passieren und dann bedankte mich für die schöne Zeit, was schon wieder klang, als würde ich unser Kapitel abhaken. Ich verfluchte deine wunderbare Art zu philosophieren, die mich einst in ihren Bann zog und sagte dir gleichzeitig, wie sehr ich dich liebe. Dann strich ich wieder alles durch, um es doch wieder hinzuschreiben. Ein bisschen anders. Die Beschreibung deiner wunderbaren Art, deines reizvollen Wesens etwas kleiner und das „ich liebe dich“ etwas größer, oder doch anders herum. Ich schrieb dir einen vierseitigen Brief ohne mich für ein „Bis bald“ oder ein „Auf nimmer Wiedersehen“ entscheiden zu können. Nach Vier Seiten und tausenden von Worten wusste ich immer noch nicht recht, was ich wollte.
„Sei das Schiff“, hörte ich die Stimme meiner Großmutter in meinem Unterbewusstsein jubeln. „Ja, sei eine selbständige, emanzipierte Frau“, stimmte der Artikel mit ein.
Ich erinnerte mich wieder an das Zitat: „Ein Schiff im Hafen ist sicher, aber dafür sind Schiffe nicht gemacht.“ und erinnerte mich an all die glücklichen Gesichter. An meine Oma, die als Schiff nicht hätte glücklicher sein können. An das Strahlen der Frau in ihrer neuen Position und an den hochmotivierten jungen Mann, der den ersten Schritt in sein eigenes Lebe wagte.
„Ein Schiff im Hafen ist sicher, aber dafür sind Schiffe nicht gemacht.“, schrieb ich als letzten Satz unter deinen Brief, bevor ich ihn zusammen faltete und in einem Briefumschlag verschloss. Damit hatte ich mich wohl für den Abschiedsbrief entschieden.
Als ich kurz vor meinem Umzug nach Hamburg den Brief in deinen Briefkasten schmiss, fühlte es sich tatsächlich an, als hätte jemand die Leinen losgelassen, als würde ich jetzt ganz langsam ins große weite Meer schippern. Es tat ein bisschen weh, aber das Gefühl von Neugier, Abendteuer und Vorfreude, stellte den Schmerz in den Schatten. Und somit begab ich mich in die große weite Welt.
Es vergingen vier Monate. Vier Monate, in denen ich tatsächlich Omas glückliches Schiff, das emanzipierte Schiff aus dem Frauenmagazin und das unabhängige Schiff des Werbeplakats war. Keine Sekunde lang bereute ich den Hafen verlassen zu haben. Meinen Anker, dich, zurückgelassen zu haben.
Aber eines Abends, eines Abends war das Bett so unangenehm kalt als ich hineinkroch. Ich steckte den Kopf unter die rosa geblümte Bettdecke und schloss die Augen. Ab und zu blinzelte ich.
Als hätte ich vergessen, dass ich allein war, dass ich allein in See gestochen bin, bildete ich mir ein Stimmen zu hören. Erst eine Frauenstimme, dann ein schreiendes Kind und irgendwo dazwischen ein Ausruf nach meinem Hafen. Der Ausruf nach dir.
Ich stopfte mir ein Stück der rosa geblümten Decke in die Ohren. Der unverkennbare Geruch von Geborgenheit, der mir gestern noch ins Bewusstsein drang, meine Sinne umschmiegte und sie gänzlich einbettete, war heute nicht zu finden. Ich lugte mit dem Kopf unter der Bettdecke hervor und erhasche mir einen flüchtigen Blick in die Dunkelheit. Draußen war es genauso kalt wie unter der rosa geblümten Bettdecke. Das Fenster hatte jemand weit aufgerissen und der kalte Herbstwind strömte in mein Zimmer, versteckte sich hinter allen Ecken und Kanten meines Zimmers. Selbst der Teddybär, der mir vor der anderen Seite des Raumes einen kritischen Blick zuwarf, sah so aus, als würde er frieren. Ich krabbele unter der Bettdecke hervor. Leise setze ich mich in meinem Bett auf und knipse die Nachttischlampe an. Das grelle Licht macht mich für einen Moment blind.
Ich tapste zum Fenster, um zu prüfen, ob ich mich mittlerweile schon am Nordpol befand. Als ich mich aus dem Fenster lehnte, warf ich einen Blick in den Himmel. Das Himmelszelt lag in einem tiefen schwarz über mir. So wie immer um diese Uhrzeit. Und doch war es viel kälter als sonst.
Ich griff zu dem Fernglas, was bereits auf der Fensterbank auf mich wartete und beobachtete die Sterne. Mit dem Fernglas in der Hand stand ich eine ganze Weile dort oben am Fenster. Gerade als ich eine Sternschnuppe erwischte, schnell die Augen schloss und mir etwas wünschen wollte, rutsche mir mein Fernglas aus den Händen, fiel drei Stockwerke tief, auf den Asphalt und zersprang in tausend Teile.
Im ersten Moment überlegte ich runter zu gehen, die Scherben aufzuheben und das Fernglas zu reparieren. Dann stellte ich aber fest, dass meine Haare völlig zerzaust waren und ich nichts weiter als den Wollpullover von Papa trug, und entschied mich oben zu bleiben.
Zum ersten Mal stand ich dann am Fenster und schaute ohne Fernglas in die Dunkelheit. Die beleuchteten Buchstaben des Bäckerladens auf der gegenüberliegenden Seite, der rote Lastwagen unten an der Straße und der überfüllte Mülleimer unter der Straßenlaterne. All das war mir noch nie aufgefallen. War die Eingangstür auf der anderen Straßenseite schon immer so grün bemalt? Standen überhaupt schon immer so viele Autos auf der Straße?
Zum ersten Mal fiel mir auf, dass ich noch nie meine Umgebung wahrgenommen hatte und immer nur mit dem Fernglas in die Ferne geschaut habe.
Der Gedanke daran, dass ich praktisch immer nur mit Sicht auf die Zukunft gelebt habe und dabei die Gegenwart außer Acht gelassen habe, lässt mich schaudern. Es läuft mir eiskalt den Rücken hinunter, als mir klar wird, wie naiv ich doch war.
Die nächsten Tage versuchte ich immer mehr und mehr in der Gegenwart zu leben. Ich stand jeden Abend ohne Fernglas am Fenster und konnte nur so weit schauen, wie es meine Sehkraft zuließ, mein Verstand es erlaubte und mein Herz es konnte.
In diesen Tagen, um genau zu sein, waren es die letzten vier Tage, merkte ich, dass alles nur eine Illusion war. Dass ich die Zukunft mit der Gegenwart verwechselt habe. Dass auch Oma, und das Frauenmagazin die Zukunft mit der Gegenwart verwechselt haben. Denn in der Gegenwart war ich gar nicht ein so glückliches Schiff. In der Gegenwart war nicht jede Frau so emanzipiert und Oma war auch in Wirklichkeit gar nicht dauerhaft glücklich. In Wirklichkeit lebten wir doch alle in der Zukunft.
Keiner hatte es jemals bemerkt. Keiner hatte sich jemals getraut das Fernglas abzulegen, die Brille gerade zu rücken und mit die eigene Sehkraft zu nutzen.
In den letzten Tagen weinte ich sehr viel, weil ich jetzt auf See war, ohne Hafen, ohne Anker, ohne dich und ohne das Fernglas feststellte, dass ich mich gar nicht in einem Meer voller roten Rosen, duftenden Blumen und springender Fische befand, sondern dass ich immer noch in einem großen, dunklen Meer vor mich her schipperte.
Und in diesen Tagen wünschte ich mir nichts sehnlicher als niemals den Hafen und dich verlassen zu haben. An diesen Tagen wünschte ich mir nichts sehnlicher als das Zitat Shedds niemals gekannt zu haben.
„A shif at harbor is safe, but thats not for what ships are for.“, fühlte sich plötzlich wie der größte Fehler meines Lebens an.

17 Comments

  • heimatohnehafen November 13, 2015 at 10:50

    Ein toller Text und ein schönes Zitat. Worte und Mut ist oft das, was am meisten weh tut.

    • Mona Kuehlewind November 13, 2015 at 22:56

      Danke Dir sehr. Du hast recht und deshalb ist es umso wichtiger Worte und Mut zu erkennen und sie leben zu lassen, damit sie nicht mehr so weh tun.

  • hansjoachimantweiler November 13, 2015 at 11:14

    Erkennende Mona

    Emanzipieren kann Ich mich nur von Angst
    Weder gegen Frauen die Welt das Leben
    Und was ist Wirklichkeit
    Das Meer der Hafen das Schiff
    Oder der Zielort
    Die Vergangenheit als trauernden Verlust
    Nie wirklich verlassen zu haben
    Dadurch ungegenwärtig
    Ja widerwärtig zu sein
    Ist der Augenblich
    Alles zusammen
    Indem Ich liebe

    danke
    Für Deine Forschungreise zu Dir selbst
    Dir Joachim von Herzen

    • Mona Kuehlewind November 13, 2015 at 22:55

      DANKE DIR JOACHIM! Du weißt ja, wie sehr deine Worte mich inspirieren, träumen lassen und für einen kleinen Moment meine Welt anhalten. DANKE!

  • mandaybyday November 13, 2015 at 11:26

    ganz ähnlich wie bei dir… habe ich auch so einen Satz gelesen .. von Mark Twain:

    „In zwanzig Jahren wirst Du mehr enttäuscht sein von den Dingen die Du nicht getan hast, als von den Dingen, die Du getan hast. Also wirf die Leinen los. Verlasse den sicheren Hafen. Lass den Passatwind in Deine Segel wehen. Erforsche. Träume. Entdecke.“

    Hab auch lange drüber nachgedacht …….
    und mir ist klar geworden… ja… da ist was dran…
    erforschen, träumen und entdecken….
    das geht allein…. oder auch zu zweit… mit dem richtigen Partner an meiner Seite….
    und zusammen den Hafen verlassen…, das Abenteuer zu bestehen… wow… das hat was…

    • Mona Kuehlewind November 13, 2015 at 22:54

      Ja, das klingt schon unheimlich aufregend und verleitet wirklich zum Träumen und zum Erleben. Und ich glaube wir sollten diese Zitate auch leben, anstatt sie uns zu tattoowieren oder unsere Wände damit zu beschmücken. Wir sollten sie ganz einfach LEBEN!

  • Das Mädchen mit der roten Kamera November 13, 2015 at 12:22

    „On ne découvre pas de terre nouvelle sans consentir à perdre de vue, d’abord et longtemps, tout rivage.“ (André Gide) – „Man entdeckt keine neuen Weltteile, ohne den Mut zu haben, alle Küsten aus den Augen zu verlieren“
    Ich bin gerade auch in einigen Situationen, in denen ich aufbrechen will, um neue Ufter zu entdecken und gleichzeitig Angst habe den Hafen zu verlassen…
    Dein Text ist toll geschrieben – wunderschön und bittersüß – dankeschön!

    • Mona Kuehlewind November 13, 2015 at 22:53

      Ich hoffe ich konnte dich ein bisschen inspirieren und dir ein bisschen Mut dalassen! Verlass den Hafen, versuch es einfach Schritt für Schritt, und lass dich ein bisschen von den Wellen treiben, sie werden dich an wunderschöne Orte führen, du musst es nur zulassen, glaub mir. Und außerdem bin ich auch gerade auf See, wer weiß, vielleicht begegnen wir uns dann. Das wäre doch auch schön, dann ist man nicht so allein 🙂

  • sternfluesterer November 13, 2015 at 14:22

    Häfen sind keineswegs so sicher wie sie scheinen für Schiffe, die in ihnen festgemacht haben. Und Fahrten hinaus auf die See, sind immer mit Risiken verbunden, mal größeren, mal kleineren.

    Und es macht einen erheblichen Unterschied, ob man allein auf solche Reisen geht oder in Gemeinschaft. Und dann nochmal einen, in WELCHER Gemeinschaft man reist.

    Und es macht noch einmal einen Unterschied, ob der Hafen, den man verlässt, einer ist, in den man getrost zurückkehren kann oder ob man ihn auf immer verlässt oder gar verlassen muss.

    In meinem Leben gab es schon Situationen, wo ich, ohne einen Ankerplatz in einem Hafen gehabt ztu haben, wahrscheinlich kaputt gegangen wäre. Andererseits gab es Häfen, die mir wirklich einmal Häfen, Heimathäfen gewesen sind, die ich verlassen musste, um an und in ihnen nicht zugrunde zu gehen.

    Das Zitat ist für mich ein schwieriges, eins was nicht in Absolutheit gilt (Freilich trifft das auf die meisten Zitate zu, nur wird es oft nicht eingestanden oder man mag es bisweilen nicht wahrhaben). –

    Natürlich ist ein Schiff nicht dafür gemacht, nur im Hafen zu liegen. Aber seine Bestimmung ist auch nicht, ohne Anker unterwegs zu sein, möglichst nahe am eigenen Untergang. Seine Bestimmung ist, sicher zu fahren und immer wieder neue Häfen und auch manchen alten Hafen wieder zu erreichen.

    So kann ich Dein Weinen gut verstehen, und die Schmerzhaftigkeit Deiner Erkenntnis, dass die See bisweilen sehr rau, das Meer oft sehr dunkel und unwirtlich ist, sehr nachempfinden.

    Die Zukunft ist so wenig das Paradies wie die Gegenwart. – Sie könnte ein bisschen mehr davon sein und werden. Aber dafür müssten sich die Menschen sehr grundsätzlich ändern. – Jeder von uns kann versuchen, ein kleines bisschen dazu beizutragen, und jeder Mensch kann versuchen, Menschen zu finden, die dazu bereit sind.

    Finden aber kann man nur durch Suchen. Und Suchen nur im eigenen Hafen erschöpft sich nur allzu rasch.

    Nun weißt Du wieder einmal, liebe Mona, warum ich Suchender sein und bleiben möchte. Das geht, auch wenn man seine Illusionen verloren hat. Ich glaube, es geht dann sogar besser. Man schaut dann nicht zu sehr nur in die Ferne …

    Danke für Deine wieder sehr inspirierenden Zeilen.

    Ich mag Deine Tränen abtupfen und Dir die schönsten Grüße hierlassen!

    • Mona Kuehlewind November 13, 2015 at 22:51

      Deine Worte, wieder mal pure Inspiration mit einem Hauch von Kraft, Mut und Weisheit. Ich danke Dir und du hast recht, erst wenn wir unsere Illusion in den Schatten stellen, was meiner Meinung nach nur selten bis kaum zu schaffen ist, fangen wir erst an mal nach links und rechts zu schauen. Wir fangen an das Fernrohr beiseite zu legen und das Umfeld wahrzunehmen. Wir fangen an im hier und jetzt zu leben und nicht in der Zukunft!

      Liebe Grüße und eine gute Nacht!

  • bodyguard4you November 13, 2015 at 19:39

    es gab mal einen hafen … im zweiten weltkrieg … da dachten die AMIS auch … ihre schiffe wären da sicher …

    davon abgesehen … find ich den spruch wirklich sehr gut …

    • The Grand Chessboard November 26, 2015 at 0:56

      Pearl Harbor…im zweiten Weltkrieg…dort abgestellt, der veraltete Teil des US-Flotte…ja, die einfachen AMI-Jungs dachten, sie wären da sicher…ahnten sie doch nicht den teuflischen Plan eines F.D. Roosevelts und seiner Hintermänner…denen der Angriffsplan bestens bekannt war und der Angreifer vorher von Ihnen selbst existenziell bedroht und dazu provoziert wurde…was zählen schon über 2400 Opfer IHRER eigenen Regierung, wenn dadurch das ZIEL dieser erreicht wurde ( „Military men are dumb, stupid animals to be used as pawns for foreign policy!“
      „Militärpersonal ist blödes, dummes Vieh, das man als Bauernopfer in der Außenpolitik benutzt!“ (Woodward und Bernstein, „The Final Days“, Kapitel 14)…DAVON abgesehen, kann man den Spruch sicherlich gut finden…

      Würden mehr Menschen sich ernsthaft über die Gegenwart, Ihr Umfeld fundiert auf wahrer Historie Gedanken machen, wären kriminelle Psychopathen mit Ihren Plänen/Intrigen/Kriegshetze ausgebremst, dann könnte diese Welt zu einem Paradies für alle werden…davon abgesehen…das dies wohl ein Traum/Illusion ist?

  • christina.d November 14, 2015 at 7:00

    Liebe Mona
    Ein sehr reichhaltiges und anregendes Zitat.
    Ein sehr reichhaltiger und anregender Text.

    Nachdem ich ihn gestern Abend gelesen hatte, musste ich mir die Worte erstmal auf Herz, Hirn und Zunge zergehen lassen.
    Ich spüre die Lust, Deinen Blick zu weiten, liebe reisende Mona, wenn ich darf, und einen näheren Blick auf die Facetten dieses Diamanten zu werfen…
    Was ist die Natur eines Schiffes? Was braucht ein Schiff?
    Wasser, damit es sich selber tragen kann.
    Manchmal braucht es auch ein Trockendock, damit auch die Unterseite gewartet werden kann.
    Einen Hafen, in dem es sicher vor Stürmen ist. In dem Ladung und Besatzung an/von Bord gehen können.
    Das offene Meer, damit es auf Reisen gehen kann.
    Land, damit es ein Ziel hat.
    Den Himmel, damit es navigieren kann (heutzutage gibt es da wohl auch andere Hilfsmittel).
    Auf die Besatzung, die ein Schiff navigationstauglich macht, gehe ich jetzt gar nicht erst weiter drauf ein…
    Anker, Steuer, Ausguck… Segel, Tank, Motor…
    Bestimmt gibt es noch viel mehr Aspekte. Und jeder hat seine Berechtigung, seinen Wert und darf sein! Jeder einzelne für sich.
    Und da ist noch ein Gedanke, der mich zieht: die Illusion von dauerhaftem Glück.
    Rein biologisch, von der Ausschüttung der Hormone im Organismus her, ist die Natur des Glücksgefühls seine Vergänglichkeit.
    Was dagegen möglich ist, ist die Wahrnehmung von Glücksmomenten zu schulen, dadurch die Häufigkeit von Glücksmomenten nach und nach zu erhöhen und sich so eine Schatztruhe von Glücksmomenten anzulegen.

    Das Schöne ist: es ist alles bereits da!

    Das Fernglas, das in die Weite schaut und Hoffnung gibt – Glück.
    Der Moment, in dem das Fernglas zerbricht und so die Schritte auf einen neuen Weg lenkt – Glück.
    Die Geburt der Einsicht für die Kostbarkeit des Hier und Jetzt – Glück.
    …Vorsicht! Die Glücksmomentewahrnehmungsschulung könnte Zufriedenheit und Lebensfreude steigern – schon wieder Glück. 😉
    Die Erkenntnis der Gleichzeitigkeit von Hafen, Meer und Schiff in sich selbst und im eigenen Lebensumfeld – Glück… Aber jetzt habe ich gerade mein eigenes Fernglas benutzt. 🙂

    Ich wünsche Dir viel Spaß beim Spielen mit der neuen Hier-und-Jetzt-Brille und beim Füllen Deiner Schatztruhe.
    Alles Liebe, Christina

  • Wellenzähler November 22, 2015 at 18:29

    Du hast eine ganz besondere Art zu schreiben- ich liebe sie.

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