Es ist geschrieben – Mein erstes Buch

Januar 8, 2017

„Verrückt“ ist gar kein Ausdruck. „Krass?“ „Nein“, lache ich gleich zweimal in die Leitung. „Wahnsinn?“, gibt sie sich einen letzten Versuch. „Nein“, lache ich nun zum dritten Mal und dieses Mal schwingt noch mehr Freude in meiner Stimme mit, weil ich jetzt das Rätsel auflösen will. „Unglaublich“, fließen die Buchstaben auf einmal über meine Lippen wie geschmolzenes Erdbeereis mit Sahne. „Unglaublich?“, wiederholt sie jetzt ganz vorsichtig, als verstünde sie nicht richtig, als hätte sie sich vielleicht sogar verhört. Ich schweige eine ganze Minute und lausche einfach nur ihrem Atem, der in unregelmäßigen Zügen in die Leitung haucht. Mit ruhiger Stimme unterbreche ich die Stille. „Ja“, schlucke ich. „Es ist unglaublich.“ Pause. Wieder höre ich ihren unregelmäßigen Atem in der Leitung. „Unglaublich cool oder unglaublich beschissen?“ Ich muss grinsen, denn bei der Vorstellung, sie würde hier sein, und sehen, wie ich seit einer Stunde durch die Wohnung tänzele, von einem Bein auf das andere springe, um mich danach in einer Pirouette zu fangen und jedes Mal total bescheuert in den Spiegel grinse, in die Hände klatsche, als würde ich mir selbst applaudieren,  wüsste sie ganz genau, wie unglaublich es ist. „Unglaublich unglaublich“, erkläre ich ihr nun und sehe wie sich ihre Stirn erneut in Falten legt. „Ich kann es nicht glauben“, sage ich schell. „Aber es fühlt sich toll an.“ Ihre Stirn glättet sich. Ich spüre es. Kurz darauf atmet sie tief aus, holt noch tiefer Luft ein. Dann beglückwünscht sie mich. Ungefähr tausend Mal. Und wieder muss ich lächeln, weil die Vorstellung, sie würde hier sein, wir uns an den Händen fassen und gemeinsam durchs Zimmer tanzen würden, so real ist. Vielleicht würden wir wie zwei verrückte Teenager auf dem Bett springen und uns mit Kissen bewerfen. „Vielleicht solltest du her kommen“, beschließe ich das Gespräch zu beenden und lege den Hörer auf. Kurz darauf klingelt es an der Tür. Wir tanzen eine ganze Stunde lang. Auf dem Sofa, dem Tisch und dem Bett. Trinken heißen Kakao und beschmeißen uns mit Kissen. Im Hintergrund erklingt irgendein viel zu schneller Song aus dem Radio und wir fassen uns noch fester, springen noch höher, lachen noch lauter, sind noch mehr glücklich.

Das nur als kleine Geschichte vorweg. Was ich euch eigentlich sagen will – neben der Tatsache, dass es wunderbar ist, wenn man Menschen hat, mit denen man die Freude teilen kann – ist, dass ich mein Buch fertig geschrieben habe. Um genau zu sein schon an Heiligabend – ich hätte mir slber kein schöneres Geschenk machen können.
Ich weiß nicht, ob ein Jeder unter euch überhaupt davon wusste, dass ich seit jenem August 2016 an einem Buch schrieb, denn ich erwähnte es nie in einer extra Geschichte. Wenn ich davon erzählte, dann allerhöchstens zwischen anderen Zeilen oder in einem versteckten Nebensatz. Das lag vor allem daran, dass ich nie wusste, ob ich das Ganze tatsächlich wirklich durchziehe, auch beende. Und nicht nach 20.000 Worten, sondern nach mindestens 100.000. Das war mein Ziel. Letztendlich sind es knapp 143.000 Worte geworden und es hätten noch so viele weitere sein können.
Mein Plan war ein Buch, ein einziges zu diesem Thema. Nach dem das eine Buch fertig ist, weiß ich, dass die Geschichte so noch nicht zu Ende ist und ich plane eine Trilogie.
Und das ist für mich ein großer, wunder Punkt. Mein nun geschriebenes Buch und die Geschichte, die es erzählt, findet ihre GRUNDZÜGE in einer wahren Begebenheit. Ich habe bewusst das Wort „Grundzüge“ in Großbuchstaben geschrieben, weil die Geschichte im Buch letztendlich kaum mit der wahren Geschichte vergleichbar ist. Im Buch ist alles sehr viel intensiver, übertriebener, verrückter, echter. Einfach mehr. Auch die Personen sind anders, verhalten sich anders, agieren anders mit- und aufeinander.
Alles ist anders, nur die Grundzüge, die ich für immer für mich behalten möchte, sind dieselben. Und das ist der Punkt. Der wunde Punkt.
Ich begann dieses Buch, um von Dingen loszukommen. Abstand von ihnen zu gewinnen. Ich nahm mir vor, dass dieses Buch die allerletzte Aktion ist, mit der ich in diesen Punkt noch investieren wollte. Ich habe sogar am Ende umgebracht, was nie geplant war, nur weil ich in den letzten Kapiteln merkte, dass ich immer noch keinen Zentimeter Abstand gewonnen hatte. Und letztendlich hat auch der Mord nichts daran geändert.
Aus diesem Grund und aus dem Grund, dass die Geschichte einfach noch nicht zu Ende sein kann, wird sie in Band zwei und drei noch weitergehen.

Doch bevor ich überhaupt weiter schreibe, möchte ich das erste Buch nun erstmal in einem Verlag platziert haben.
Der, der sich auskennt, weiß, wie schwierig das ist und ich damit schon gleich den Königsweg gehe, aber so eingebildet das auch klingt, die Geschichte soll es verdient haben.
Momentan stelle ich mein Buch bei Agenturen vor, die dann einen geeigneten Verlag finden. Allerdings stellt sich das schon als sehr schwierig heraus, weil ich bisher entweder nicht ins Genre der Agentur gepasst habe oder sie einfach nicht überzeugt genug waren.
Dennoch, es gibt so viele Agenturen in Deutschland, dass ich noch nach vorne blicken kann und davon ausgehe, dass ich eine von ihnen überzeugen kann. Wenn dem nicht so ist, dann gibt es immer noch den Weg des „self publishing“. Für mich aber erstmal keine Option.
Wenn ihr Kontakt zu Agenturen oder Verlagen habt, dann meldet euch sehr, sehr gerne bei mir.

Ich werde euch auf dem Laufenden halten. Danke für eure Unterstützung und die lieben Worte, die jedes Mal, wenn ich mit dem Schreiben beginne, meine ganz persönliche Motivation sind.

15 Comments

  • JJacky Januar 8, 2017 at 19:23

    Dann kann man ja erst einmal gratulieren!
    Ich drücke dir die Daumen das du einen Verlag findest

    LG JJacky

    • Mona Kuehlewind Januar 8, 2017 at 19:29

      Das ist ganz lieb von dir! Danke, JJacky!

      • JJacky Januar 8, 2017 at 19:45

        Ich weiß ja nicht wie das so rechtlich ist, aber darfst du eine „Leseprobe“ hier veröffentlichen?

        • Mona Kuehlewind Januar 9, 2017 at 16:51

          Hm, leider weiß ich da selbst nicht viel drüber und muss auch sagen, dass das erstmal nicht für mich in Betracht gezogen wird, da ich nicht zu viel versprechen möchte, was später so vielleicht gar nicht umgesetzt wird. Ich weiß auch nicht, ob ich momentan für Kritik, wie sie hier auftreten könnte, fähig bin – das Ganze ist eine absolute Herzensangelegenheit und ich brauche dafür einfach noch ein bisschen Zeit. Ich hoffe, du kannst mich verstehen. Grüße an dich!

          • JJacky Januar 9, 2017 at 17:01

            Aber selbstverständlich!!!

  • matthiasnowak Januar 8, 2017 at 19:44

    Mich interessiert, wie du bei der Auswahl der Agenturen vorgegangen bist? Hast du den Roman vorher noch von irgendjemand mit Sachverstand durchschauen lassen oder dir ein professionelles Lektorat geleistet? Hast du Erfahrungen mit Schreiben eines Exposees oder hast du dir dabei helfen lassen? Ich bin selbst für meinen zweiten Roman auf der Suche nach Veröffentlichungsmöglichkeiten und meine Erfahrungen mit Verlagen und Agenturen ist eher ernüchternd gewesen und natürlich erfährt man nie wirklich, woran es liegt. Da bin ich froh über jede Erfahrungswert anderer Autoren. Grüße Matthias

    • Mona Kuehlewind Januar 9, 2017 at 16:49

      Hallo Matthias!
      Leider kann ich dir nicht allzu viel von meinen Erfahrungen berichten, denn jung und gutgläubig, wie ich manchmal noch bin, habe ich das Manuskript, ohne Gegenlesen einer anderen Person, an die Agenturen geschickt. Natürlich habe ich selber nochmal einen Blick darauf geworfen und mir auch sehr viel Zeit für das Exposé genommen und darauf geachtet, dass Ganze auch individuell zu gestalten – damit meine ich, dass ich kein Exposé eingereicht habe, wie jedes andere auch und wie man es findet, wenn man es googlet. Habe mir da layouttechnisch also ein paar Sachen einfallen lassen, weil ich immer noch denke, dass der erste Eindruck zählt!
      Wie gut mein Vorhaben ankommt, kann ich leider noch nicht sagen. Werde aber berichten.
      Liebe Grüße,
      Mona

      • matthiasnowak Januar 12, 2017 at 19:27

        Das ist schon ein großes Problem sich von der Masse der vielen Autoren abheben zu können. Wahrscheinlich geht es gar nicht darum, alles richtig zu machen, sondern in irgendeiner Weise auf sich aufmerksam machen zu können. Bin gespannt auf dein weiteren Berichte über dein Vorhaben. Grüße Matthias

  • thesun68 Januar 9, 2017 at 9:23

    Warum schreibst du nicht die Verlage selbst an? oder publizierst im Selbstverlag! so machen das einige meiner Freundinnen, die Kinder und Fantasyromane herausgeben. Die arbeiten alle nicht mit Agenturen, da diese zuviel Geld verlangen und doch zuwenig übrig bleibt. kennst du den R. G. Fischer Verlag

    • Mona Kuehlewind Januar 9, 2017 at 16:53

      Vielen Dank für deinen Kommentar und den Hinweis, einen Verlag selbst anzuschreiben. Dazu hat mir bisher der Mut gefehlt, aber ja, der Fischer Verlag sagt mir etwas und ich habe sogar auch schon Unterlagen des Verlages parat. Ich denke, dass ich diesem Tipp schnellstmöglich nachgehen werde. Danke!

  • Dark Owl Januar 9, 2017 at 11:07

    Ich gratuliere. ich bin an meine, ja noch dran und hoffentlich habe ich nächstes Jahr dann auch eins 🙂 <3

  • Hot Coffee Cool Pictures Januar 9, 2017 at 21:16

    Glückwunsch. Und versuche es vllt auch über die Selbstpublikation. BOD ist nur eine von vielen Plattformen dazu. Weiterhin viel Glück.

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