Essen und fliegen und fliegen und essen

November 8, 2015

Gestern habe ich mir vorgestellt, dass ich fliegen kann. Ich habe mir vorgestellt, dass ich so frei fliegen kann, wie ein Vogel. Ich habe mir vorgestellt, dass ich hier weg fliegen kann. Dass ich an einen anderen Ort fliegen kann. Nach China, Neuseeland oder einfach nur zu Mama.
Und heute, heute war ich dann wirklich davon überzeugt, dass ich fliegen kann. Ich war wirklich davon überzeugt, dass ich hier weg fliegen kann.
Ich habe die Augen geschlossen, bis drei gezählt und bin einfach gesprungen. Und dann habe ich gemerkt, dass ich noch nicht fliegen kann. Aber dann war es schon zu spät.

Vor zehn Minuten bin ich zwischen einer riesigen Blutpfütze aufgewacht. Ich musste mir wohl auf die Zunge gebissen haben, als mein Kopf auf den Boden aufgeschlagen ist. Meine Zunge will gar nicht mehr aufhören zu bluten und ich frage mich, ob sie durch den Blutverlust ihre Farbe verliert und ob ich dann morgen mit einer weißen Zunge aufwache. Ich sitze hier mit einer halben Küchenrolle im Mund, die gleichzeitig zum Taschentuch meiner Tränen wird, transportiere mein mittlerweile gekonntes Selbstmitleid durch meine Adern in meine Finger und übertrage es mit der Computertastatur in diesen Text. Gleichzeitig frage ich mich, wann der erste Text erscheinen wird, in den ich nicht mein Selbstmitleid transportiere, den ich nicht mit Melancholie verziere und den ich nicht mit einer salzigen Träne unterzeichne? Und dann frage ich mich noch, wie ich überhaupt auf die dumme Idee kam, fliegen zu können? Ach und dann habe ich noch eine dritte Frage. Hatte ich gerade einen Zuckerschock?
Heute Nacht hatte ich einen seltsamen Traum. Ich habe geträumt, dass ich ein Vogel wäre. Kein Spatz, sondern eine Taube. So eine die täglich ihre Kreise über den Marktplatz zieht und nicht eine einzige Brotkrume übersieht. Ich habe wirklich geträumt so frei sein zu können wie eine Taube. Nichts weiter zu tun als fliegen und essen und essen und fliegen.
Ich war wirklich eine glückliche Taube. Kein Täubchen, sondern eine richtige Taube. Jeden Tag bin ich über den Markplatz geflogen, wurde von Kindern gefüttert, machte Bekanntschaft mit einer alten Dame, die sich mit mir ein halbes Brötchen teilte und freundete mich mit der Bäckersfrau an, die mir heimlich ein paar Krumen über den Tresen schmiss. Wenn ich dann flog, dann flog ich sehr hoch. Höher als alle anderen. Ich fühlte mich so glücklich und frei. Obwohl ich schon Millionen von Brotkrumen gegessen hatte, die mindestens fünf Baguette entsprachen und sogar Krumen mit Käse aufgepickt hatte, konnte ich höher als alle anderen fliegen. Ich war trotzdem federleicht, unbeschwert und schwerelos. Ich konnte trotzdem meine Flügel aufspannen, musste nicht mein kleines Bäuchlein mit dem weißen Federkleid verstecken. Ich konnte sie so verdammt weit ausstrecken, dass ich den Wind unter meinen Flügel fühlte. Der kalte Herbstwind ging mir bis auf die Haut. Auf meine mollig warme Taubenhaut. Ich flog so frei, so glücklich frei, obwohl ich schon mindestens 5000 Kalorien gegessen haben musste. Ich flog und flog und flog. Eigentlich nur 500 Meter. Bis zum Bahnhof. Dann setzte ich mich auf das Dach einer Currywurstbude und wartete auf die nächste Pommes, die auf den Boden fiel. Keine zehn Sekunden und die erste Pommes fiel einem kleinen Jungen auf den Boden. Mitten in eine Pfütze. Ich spannte meine Flügel auf und sprang ab. Ich sprang vom Dach der Currywurstbude ab und landete direkt neben der Pommes. Mit meinem Schnabel fischte ich sie aus der Pfütze und schluckte sie in einem Happen runter. Sie hinterließ eine angenehm salzige Spur in meiner Kehle. Ich war jetzt bei 5068 Kalorien. Mindestens 3000 Kalorien im Überschuss. Im Überschuss von Glückshormonen. Verdammt, war ich glücklich.
Genau in diesem Moment, gerade als ich so glücklich war, wachte ich auf und rannte erst einmal ins Badezimmer. Als ich mir die Zähne geputze, das Gesicht gewaschen und die Haare gekämmt hatte schaute ich in den Spiegel und fragte mich, ob ich die Glückshormone mit der Zahnpasta ausgespuckt und den Abfluss hinunter gespült hatte. Ich schaut mich in dem Spiegel an und stellte fest, dass ich unglücklich war. Das lag nicht an dem Pickel auf meiner Stirn und auch nicht an meiner linken Augenbraue, der ich beim Zupfen drei Härchen zu viel abgerissen hatte. Es lag an mir und den ausgespuckten Glückshormonen beim Zähneputzen.
Dann fielen mir drei Optionen ein. Erstens, den nächsten Kanaldeckel ausfindig machen und in die Kanalisation Hamburgs abtauchen, um mich auf die Suche nach meinen heruntergespülten Glückshormonen zu begeben. Zweitens, neue Glückshormone produzieren, falls man sowas produzieren kann. Und drittens, einfach unglücklich bleiben.
Ich entschied mich für Option Nummer zwei. Auch wenn ich anfangs noch gar nicht darüber sicher war, ob es tatsächlich eine Option oder nur eine Illusion war.
Ich war absoluter Neuling in der Glückshormon-Produktion. Deshalb führte mich auch der erste Weg, den vermutlich jeder Amateur einschlägt, zu Google. Und an welche Adresse wurde ich sofort weitergeleitet? Na klar. Wikipedia.
Von Wikipedia hielt ich bis dato wirklich viel. Wikipedia war immer sowas wie mein Retter in letzter Not. In der Schulzeit retteten mich sämtliche Wikipedia Artikel vor der völligen Verzweiflung und manch einer Katastrophe. Ich behaupte sogar, dass ich mein Abitur zu 70% Wikipedia zu verdanken habe und jedes Geschichtsreferat sowieso. Aber nicht nur in der Schulzeit war Wikipedia ein echter Held, sondern auch im Alltag. Wie hätte ich jemals herausgefunden, dass Liebe ein starkes Gefühl, Hunger eine unangenehme körperliche Empfindung und Nahrung lebensnotwendig ist? Wie hätte ich jemals herausgefunden, dass ich Symptome einer Essstörung aufwies? Wie hätte ich jemals gewusst, dass ich unter Liebeskummer und Heimweh litt? Wie hätte ich jemals nur so viel ohne Wikipedia gewusst? Wahrscheinlich niemals.
Aber heute wurde ich enttäuscht. Aber richtig. Das hat sich ungefähr so angefühlt, als würde dir dein Psychologe nach zwei Jahren Therapie gestehen, dass er in echt gar kein Psychologe ist.
Ich rief den Wikipedia Artikel zu Glückshormonen auf und alles was ich fand war ein Artikel, der mir verriet, wie ich Glückshormone mit einer stimulierenden, entspannenden oder schmerzlindernd-betäubenden Wirkung durch künstliche Hormone hervorrufen kann. Wunderbar dachte ich mir, als ich am Ende noch las, dass diese Hormone als Droge ausgeschrieben werden. Und ein Junkie war ich definitiv nicht.
Natürlich gab ich nicht auf und suchte weiter nach einer Lösung für das Problem mit den Glückshormonen. Und meine zweite Option, die immer sowas wie Plan B war, lautete Youtube. Da würde ich immer fündig. Tipps rund um Schule, Abitur und die besten Spicker. Mädchen und Jungen informierten über neue Trends, den neusten Gossip und sendeten live aus dem alltäglichen Wahnsinn. Aber das erste Video was ich zum Thema Glückshormone fand, war ein Video, in dem mir tatsächlich ein Mann mittleren Alters, von dem man meinen könnte er hätte genug Lebenserfahrung, mir erzählen wollte von wegen „Glückshormone würde es nicht geben und seien ein fataler Irrtum“. Während das Video ablief, öffnete ich das Kommentarfenster und tippte „Sie haben doch einen Vogel“ in die Kommentarfunktion ein und schickte ihn ab. Keine Sekunde später und ich las meinen Kommentar ein zweites Mal unter dem Video. Dann ein drittes Mal. Dann hielt ich Inne. Das Wort Vogel blieb an mir hängen. Ich klickte auf „bearbeiten“ und löschte das „Vogel“ und schrieb stattdessen „Sie haben doch einen an der Waffel“. Dann klappte ich meinen Laptop zu, schnappte mir meinen Mantel, zog mir eine Mütze ins Gesicht, nahm das Wort „Vogel“ mit und ging nach draußen.
Ich erinnerte mich wieder an den Vogel, an die Taube aus meinem Traum. Die Taube die ich war. Die so verdammt glücklich war. Ich musste doch nur wieder Taube sein. Ein bisschen Taube spielen, so tun als könnte ich Taube sein. Essen und fliegen und fliegen und essen.
Ich ging in den nächstgelegenen Supermarkt und spielte die Taube aus meinem Traum. Ich schnappte mir das Körbchen und rannte direkt in die Süßwarenabteilung. Dann griff ich erstmal nach allem, was mir in den Weg fiel. Wie die Taube in meinem Traum, die immer das aufpickte, was ihr die Kinder hinwarfen. Mit einem Körbchen voller Schokolade und Kekse verließ ich den Supermarkt. In der Bahn öffnete ich noch die erste Packung Kekse und schnuckte einen Keks nach dem Anderen. Als ich bei Oma ankam, fühlte ich mich doch tatsächlich gut. Irgendwie schon viel glücklicher. Ein bisschen wie die Taube. Aber das war noch nicht alles. Das konnte unmöglich alles gewesen sein. Deshalb teilte ich mit Oma ein Stück Schokokuchen und ließ mir ein Zweites einpacken. Auf dem Weg von Oma nachhause, passierte ich den Bäcker, bei dem mir die Bäckersfrau mit einem Croissant zuwinkte und es mir mit einem herrlichen frischen Duft über den Tresen reichte. Ich flog beinahe nachhause. So gut fühlte ich mich. Fast wie ein Vogel. Oder war ich jetzt ein Vogel? Mit jedem Bissen, jeder Kalorien mehr, wurde ich glücklicher. Ich war so frei, so glücklich frei, obwohl ich schon mindestens 5000 Kalorien gegessen haben musste. Ich fühlte mich so federleicht, unbeschwert und schwerelos. Zuhause öffnete ich die zweite Tafel Schokolade. Ich war jetzt bei 5068 Kalorien. Mindestens 3000 Kalorien im Überschuss. Im Überschuss von Glückshormonen. Verdammt, war ich glücklich. Ich hatte tatsächlich Glückshormone produziert. Und ich wollte mehr. Noch mehr von diesen Hormonen. Wie ein Vogel immer mehr vom Fliegen will. Immer höher und höher fliegen will, wollte ich mehr von diesen Hormonen. Deshalb öffnete ich die dritte Schokoladentafel, die zweite Kekspackung und aß dazu das Stück Kuchen von Oma. Das letzte an was ich mich erinnere ist das Zittern meiner Hände, mein rasendes Herz und dann der laute Schlag auf die kalten Fliesen in der Küche, als ich mit dem Kopf aufschlug.
Dann war alles schwarz und ich sah in der ferne einen Vogel, der aussah wie ich. Ein ganz junger Vogel. Noch ein Vögelchen. Das einen verletzten Flügel hatte und zum ersten Mal wieder versuchte zu fliegen. Das Vögelchen war überzeugt davon wieder fliegen zu können. Es schloss die Augen, zählte bis drei und sprang ab. Und dann bemerkte es, dass es noch nicht fliegen kann. Aber dann war es zu spät. Ich fiel auf den Boden.
Dann wachte ich wieder auf und war zurück in der Realität. Ich lag auf dem kalten Fußboden. Rings um mich herum hatte sich eine riesige Blutpfütze ausgebreitet. Ich musste mir auf die Zunge gebissen haben. Während ich meinen Mund mit einer halben Küchenrolle ausstopfte, versuchte ich zu verstehen, was hier gerade vor sich gegangen war.
Nach zehn Minuten wurde mir bewusst, dass ich weder zum Opfer eines Attentats, noch Opfer einer Schießerei oder Einbruchs wurde, sondern einer Illusion zum Opfer gefallen bin.
Ich glaubte an die Illusion ein Vogel zu sein, vielleicht die Taube aus meinem Traum. Ich dachte, dass ich auch so unbeschwert essen und fliegen und fliegen und essen kann wie sie. Und dann habe ich gegessen. Ganz viel. Zu viel. Dann hatte ich einen Zuckerschock. Bin völlig durchgedreht. Habe immer hastiger und hastiger gegessen. Dann musste ich mir auf die Zunge gebissen haben vom hastigen Essen und dann musste der Schock gekommen sein. Der Zuckerschock. Und ich musste umgekippt sein. Vom Stuhl gefallen sein und mit dem Kopf auf den kalten Boden aufgeschlagen sein.
Wie konnte ich nur so doof sein? Wie konnte ich nur glauben so frei sein zu können, wie der Vogel aus meinem Traum, wenn ich doch in Wahrheit dem Vogel mit dem gebrochenem Flügel entsprach und das Fliegen und Essen erst wieder lernen musste?
Wie konnte ich nur glauben schon fliegen zu können, obwohl ich doch wusste, dass ein Vogel auch erst das Fliegen lernen muss?

9 Comments

  • Mein-liebes-Ich November 8, 2015 at 15:20

    Was für ein wundervoller Text! So schön geschrieben, dass ich mich kurzweilig selber für eine Taube hielt.

  • sternfluesterer November 8, 2015 at 17:40

    Jede Freiheit ist „nur“ eine relative. Auch die Freiheit, sich frei zu fühlen. Und das ist gut so. Jede absolute Freiheit eines Menschen würde mindestens einen anderen töten. Absolute Freiheit lässt keinen Platz für anderes, für andere. Absolute Freiheit ist Rücksichtlosigkeit, ist unbegrenzter Egosimus. – Ich stehe dafür, Egoismus so wenig wie möglich zu leben, damit Platz ist für Freiheit, für relativ viel Freiheit, für möglichst viele Menschen.

    Ich kenne einen wunderschönen Aphorismus von der Autorin Daniela Dahn: “


    Dass Reich der Freiheit beginnt dort, wo man für das Zurückstellen seines Egoismus nicht mehr bestraft wird.“

    Dieser Spruch bildet neben noch einem anderen die Basis meines Lebens. Er hängt gemeinsam mit dem anderen an der Wand neben dem Schreibtisch auf meiner Arbeit. – Ich habe ihn hier: https://gedankenorbit.wordpress.com/2011/09/17/gedanken-aphorismen-11864167/ einmal ausführlich besprochen, ganz zu Beginn meines Bloggerlebens.

    Absolute Freiheit, schon das immerwährende Streben danach,schadet immer. In Deinem Text hast Du es beschrieben: Sogar jener Person, die danach strebt.

    Wenn man hingegen die eigene Freiheit teilt, dann ist es wie mit Glück, das man teilt. Es verdoppelt sich.

    Ich freue mich, dass ich mit Dir die Freiheit des Schreibens teile. Du teilst mit mir die Deine und ich mit Dir die meine. Das fühlt sich für mich wie eine Vervierfachung an. Und das ist ein sehr schönes Gefühl, fern von jeder Absolutheit.

    Dir wieder einmal in besonderer Weise dankend bleibe ich mit meinen besten Wünschen für Dich und nur den allerschönsten Grüßen, die ich Dir aus dem Orbit meines Herzens schicke, denn nur um dieses kreisen all meine wichtigen Gedanken, Fragen, Hoffnungen und eben auch Wünsche.

    • Mona Kuehlewind November 8, 2015 at 18:14

      Endlich wieder ein Kommentar von dir! Wie sehr ich mich schon nach deinen Worten gesehnt habe um ehrlich zu sein .. Ich danke dir sehr. Deine Worte lesen sich wie eine kleine Geschichte. Fast wie ein Gedicht. Einfach wunderbar!

  • Ouwe Feniks November 8, 2015 at 17:41

    Hi Mona,
    Biste sicher, dass es nur Süßigkeiten und so waren und nicht etwa LSD? 😉
    Im Traum fliege ich auch oft. Schon als ich noch ein kleines Kind war. Aber immer als ich selbst. Ich nehme Anlauf und schwebe knapp über den Boden, so lange ich will. Bis ich wach werde. Wenn ich mir eine Superfähigkeit aussuchen dürfte, dann würde ich Fliegen wählen. Bloß nicht Gedanken lesen oder so was. Das wäre mir viel zu stressig. Aber fliegen, das muss richtig toll sein. Dabei würde ich mir in die Hose scheißen, wenn ich mich an einen Lenkdrachen oder Gleitschirm hängen müsste. Nicht einmal in einen Heißluftballon oder Segelflieger würde ich steigen wollen. Nicht was nicht einen soliden Motor hat. Niemals. Aber selbst fliegen? Grandios!

    • Mona Kuehlewind November 8, 2015 at 18:15

      LSD? Das sagt mir leider gar nichts, deshalb war es das bestimmt nicht 😛
      Ich stelle mir fliegen auch unheimlich toll vor, aber dürfte ich sowas wie eine „Superkraft“ wählen, wäre es definitiv „unsichtbar sein“. Das fände ich toll!

  • hansjoachimantweiler November 8, 2015 at 18:58

    Liebende flügge Mona

    danke Deiner anrührenden Flugerfahrungen
    Zunächst darfst du den vergifteten Apfelbissen Selbstmitleid erbrechen
    Die klassische Egonummer
    Mitgefühl ist die flugfördernde Diät eines bewussten ICH
    Und geistige Höhenflüge seelischer Erbauung setzen die Glückshormone in den körpereigenen Drüsen frei
    Als da sind Hypophyse Pinialis und Strernum
    Glück ist ein methaphysisches Erleben bedingungslosen Liebens
    Und kein Lottogewinn oder Muskelwaschbrettbauchadonis wird Dir dies je nachhaltig vermitteln
    Es gibt tatsächlich Forschungsergebnisse der Parapsychologie und der Methaphysik die sogenannte außerkörperliche Reisen bestätigen wie auch Mystiker aller Zeiten und Kulturen berichten
    Nur ist das erstrebenswert sinnvoll
    Glückshormone bilden sich auch zurück wenn Ich abfällig von Mir spreche
    Wie Ich bin doof
    Nachts im Schlafe wenn der Körper wie verlassen darniederliegt bin Ich mit Meiner Seele schon öfter geistig geflogen
    Mir genügt das
    Mach doch gelegentlich Deinen Segelflugschein
    Oder Drachen Gleitschirmflieger
    Mir wird da schwindelig
    lachend

    Dir
    Joachim von Herzen
    Aus Schulen und vom Pferd geflogen…
    Immer wieder draufgesetzt wieher brrr

  • derfuchsi November 13, 2015 at 19:30

    Der Reiseführer „Per Anhalter durch die Galaxis“ sagt folgendes zum Thema Fliegen:
    Es ist eine Kunst oder vielmehr ein Trick zu fliegen. Der Trick besteht darin, dass man lernt, wie man sich auf
    den Boden schmeißt, aber daneben. Such dir einen schönen Tag aus und probier’s.
    Der erste Teil ist ganz leicht. Er erfordert nichts weiter als schlicht die Fähigkeit, sich mit dem ganzen Gewicht
    nach vorn zu werfen, und den festen Willen, sich nichts daraus zu machen, dass es wehtut.
    Das heißt, es wird wehtun, wenn es einem nicht gelingt, den Boden zu verfehlen.
    Den meisten Leuten gelingt es nicht, ihn zu verfehlen, und wenn sie es dann erst recht versuchen, besteht die
    große Wahrscheinlichkeit, dass es ihnen mit ziemlicher Wucht nicht gelingt, ihn zu verfehlen.
    Zweifellos ist es dieser zweite Teil, nämlich das Verfehlen, der Schwierigkeiten bereitet.
    Das eine Problem ist, dass man den Boden zufällig verfehlen muss. Es hat keinen Zweck, sich bewusst vorzunehmen,
    den Boden zu verfehlen, denn das schafft man nicht. Man muss sich plötzlich von irgendwas ablenken
    lassen, wenn man auf halbem Wege ist, so dass man nicht mehr über das Fallen nachdenkt oder über den
    Boden oder darüber, wie weh es tun wird, wenn es einem nicht gelingt, ihn zu verfehlen.
    Es ist bekanntlich äußerst schwierig, die Aufmerksamkeit während des Sekundenbruchteils, den man zur Verfügung hat, von diesen drei Dingen abzulenken. Daher das Scheitern der meisten Leute und schließlich ihre Ernüchterung
    über diesen so anregenden und ausgefallenen Sport.
    Wenn man jedoch das große Glück hat, im entscheidenden Augenblick ganz kurz abgelenkt zu werden, sagen
    wir mal durch ein prachtvolles Paar Beine (Fühler, Scheinfüßchen – je nach Gattung und/oder persönlicher
    Neigung) oder durch eine Bombe, die in der Nähe explodiert, oder dadurch, dass man plötzlich auf einem nahegelegenen
    Zweig eine äußerst seltene Käferart krabbeln sieht, dann wird man in seiner Verwunderung den
    Boden total verfehlen und nur wenige Zentimeter über ihm in einer Weise schweben bleiben, die vielleicht ein
    ganz klein bisschen dämlich wirken könnte. Das ist der Moment höchster und heikelster Konzentration.
    Lass dich treiben und schwebe, schwebe und lass dich treiben.
    Unterlasse alles Nachdenken darüber, wie schwer du eigentlich bist, und lasse dich einfach etwas höher tragen.
    Hör nicht drauf, was in dem Moment die Leute zu dir sagen, denn höchstwahrscheinlich sagen sie nichts Hilfreiches.
    Höchstwahrscheinlich sagen sie irgend was Ähnliches wie: „Du großer Gott, du kannst doch unmöglich
    fliegen!” Es ist ungeheuer wichtig, ihnen keinen Glauben zu schenken, oder aber sie haben augenblicklich
    recht. Lass dich höher und höher tragen.
    Versuche ein paar Sturzflüge, ganz vorsichtig zuerst, dann schwebe über die Baumkronen weg und atme gleichmäßig.
    WINKE NIEMANDEM ZU. Wenn man das ein paarmal gemacht hat, wird man entdecken, dass der Augenblick
    der Ablenkung rasch immer leichter zu erreichen ist.
    Dann wird man alles lernen, was man zur Kontrolle des Fluges, der Geschwindigkeit, der Manövrierfähigkeit
    braucht, und der Trick besteht normalerweise darin, dass man nicht zu heftig darüber nachdenkt, was man machen
    will, sondern dass man es einfach geschehen lässt, als geschehe es sowieso.
    Man wird auch lernen, wie man richtig landet, das ist etwas, was man beim ersten Versuch ziemlich sicher
    durcheinanderbringt, und zwar gründlich.
    (Douglas Adams: Per Anhalter durch die Galaxis)

    Musste jetzt sein, ich konnte nicht widerstehen 😉

  • Jule Wech November 18, 2015 at 0:09

    Schokolade macht glücklich !
    „Schokolade enthält natürliche B-Vitamine, wichtig für Haut, Nerven und Blutbildung, Vitamin A für die Sehkraft, das Vitamin Niacin für Zellreparaturen und Vitamin E als Radikalfänger. Das Spurenelement Zink in der Schokolade hilft bei der Zellerneuerung und der Immunabwehr. Kalzium aus der Schokolade stärkt die Knochen. In 100 Gramm Schokolade sind zum Beispiel ungefähr 25 Prozent unseres täglichen Kalziumbedarfs enthalten. Somit hat Schokolade durchaus gesunde Seiten.“ ( http://www.tz.de/muenchen/stadt/schokolade-macht-gluecklich-63275.html )
    Natürlich immer in Maßen genossen …
    Es gibt Tage , da kann ich auch ne ganze Tafel Schokolade verdrücken … aber mehr nicht , dann wird mir schlecht ( glücklicherweise 😉 )
    Mit Schokolade regt man die Serotoninproduktion an , da sie einen Hauptbaustein dafür liefert , das L-Tryptophan ( eine Aminosäure) und Serotonin ist das landläufig genannte Glückshormon …
    Allerdings hast du dir eine Überdosis genehmigt … da ist es so , wie mit allen Dingen , die uns glücklich machen , oder machen sollen – zu viel ist auch wieder nicht gut …
    Aber du wirst sicherlich noch die richtige Dosis für dich finden … schließlich übst du ja noch die neue Kalorienzufuhr … allein die Tatsache , daß du dich rangetraut hast , finde ich schon enorm ( Daumen hoch ) probier einfach aus , was dir gut tut ( Bananen , Ananas , Tomaten , Paprika und noch andere Lebensmittel regen die Serotoninproduktion im Gehirn ebenfalls an , ein Spaziergang in der Sonne übrigens auch ) und hab vor allem wieder Spaß am Essen …
    Fliegen im Traum reicht völlig … du brauchst nicht wirklich abheben um glücklich zu sein …
    Sei lieb gegrüßt
    Jule

  • %d Bloggern gefällt das: