Refugees Welcome

September 22, 2015

Ich stand eine ganze Weile dort und beobachtete sie von der anderen Straßenseite aus. Die Ampel sprang schon zum dritten Mal wieder auf Rot und ich drückte ein drittes Mal auf den Knopf. Meine Haaren waren schon völlig durchnässt vom Regen und einzelne Haarsträhnen klebten in meinem Gesicht. Autos brausten an mir vorbei, spritzen mich nass und versperrten mir immer wieder die Sicht.
Die ersten Autos sammelten sich wieder vor der Ampel und hinter mir stand eine ganze Meute von Menschen, die auf das Grünzeichen warteten. Links neben mir stand ein älterer Herr, dessen Blick starr auf die Ampel gerichtet war und auch das kleine Mädchen neben ihm wartete sehnsüchtig auf das grüne Ampelmännchen. Alle schauten gespannt auf die Ampel. Nur ich nicht. Ich schaute noch immer die Frau auf der anderen Straßenseite an. Dann sprang die Ampel um und die Meute rannte los. Fast überrannte sie mich. Sämtliche Taschen und Einkaufstüten rammten sie mir in die Rippen. Ein junger Mann schleuderte mir seinen Rucksack ins Gesicht und ein kleiner Junge trampelte mir über die Füße. „Ey, geh doch mal weiter!“, pöbelte mich ein Mann von hinten an und gab mir einen Schubs. Mit einem Mal stand ich auf der Straße. Meine Beine fühlten sich an wie Blei.
Als die Ampel wieder auf Rot umsprang, stand ich immer noch wie angewurzelt auf der Straße. Mein Blick haftete noch immer an der Frau auf der anderen Straßenseite. Ihre langen schwarzen Haare waren pitschnass.
Ich konnte sehen, dass sie fror. Ihr Shirt hatte sie ausgezogen und dem kleinen Mädchen, das an ihrer Schulter kuschelte, über die nackten Beinchen gelegt. Ihr zierlicher Körper zuckte mit jedem Windstoß zusammen. Ich konnte sehen, dass sie durstig war. Mit den Händen versuchte sie vergeblich ein paar Regentropfen aufzufangen. Ein- zweimal strecke sie die Zunge heraus, um wenigstens ein bisschen Flüssigkeit aufzufangen. Das kleine Mädchen neben ihr tat dasselbe. Ich konnte sehen, wie hungrig die beiden waren, als ich ihre Blicke verfolgte. Die beiden schauten jeden Burger, jedes Gebäckstück und jede Pommes, die an ihnen vorbei huschte an. Sie schauten ganz genau dabei zu, wie die Pommes zuerst in den Ketchup eingetunkt wurde und dann noch einmal in die Mayonnaise wanderte. Sie verfolgten den Weg von der „Pommes in der Schachtel“ bis zur „Pommes in den Mund“. Sie sahen jeden Klecks Ketchup, der auf dem Weg in den Mund von der Pommes kleckerte und auf die Kleidung tropfte. Sie sahen zu, wie der Mund geöffnet wurde und die Pommes hineingeschoben wurde. Wie die Zunge dann noch einmal an den Mundwinkel entlangfuhr und die letzten Salz- und Fettreste von den Fingern ableckte. Sie übersahen dabei nichts. Selbst nicht die Gurkenscheibe, die einem Mann vom Burger fiel. Die Frau sprang auf, bückte sich und fischte die Gurkenscheibe aus der Pfütze. Die Hälfte gab sie dem Mädchen, die andere Hälfte behielt sie für sich. Ich musste schlucken.
Das unüberhörbare Hupen der Autos drang mir ins Bewusstsein. „Sind sie lebensmüde? Es ist rot!“, schrie mir eine fremde Stimme zu. Ich hatte ganz vergessen, dass ich noch immer mitten auf der Straße stand. Fünf Schritte nach vorn und ich würde auf ihrer Straßenseite stehen. Da, wo man friert. Da, wo man durstig und hungrig ist. Da, wo es kein Versteckspiel gibt und da, wo das wahre Leben spielt. Zwei Schritte zurück und ich würde auf meiner Straßenseite stehen. Da, wo man trinkt, isst und dabei laut lacht. Da, wo man lieber in nette Straßencafés flieht und große Boutiquen verstecken spielt. Da, wo man die Realität lieber mit einem Coffee To Go herunterspült und dort, wo das echte Leben keinen Platz hat.
Mir blieb nicht viel Zeit zu überlegen und ich nahm den Weg, wie es wahrscheinlich jeder lieber tut. Ich ging die zwei Schritte zurück.
Jetzt befand ich mich wieder auf meiner Straßenseite. Auf der schönen Seite des Leben.
Aber meinen Blick konnte ich nicht von der Frau abwenden. So sehr ich versuchte mich auf andere Dinge zu konzentrieren – der alten Dame zuzusehen, wie sie vier vollgefüllte Einkaufstüten hinter sich herzog, den Junkie dabei zu beobachten, wie er sich eine Zigarette nach der anderen drehte und keine davon Feuer fing oder dem kleinen Jungen zuzuschauen, wie er vergeblich versuchte die Kugel Eis, die ihm herunterfallen war, wieder aufzuheben – immer wieder blieb mein Blick an der Frau und dem kleinen Mädchen kleben.
Im Hintergund sah ich, wie ein junger Mann der Dame zwei Tüten abnahm und dafür einen Fünfer kassierte und wie eine Frau mittleren Alters dem Junkie eine Zigarette anbot. Und der kleine Junge, der eben noch weinte, hörte ich nun seinen Papa als „Eisretter“ feiern. Im Hintergund sah ich, wie man den Menschen half. Ich sah, wie man einer älteren Dame half, die selbst daran Schuld war, so viel eingekauft zu haben. Ich sah, wie man einen Junkie dabei unterstütze noch ein Stück tiefer in seine Sucht reinzurutschen und ich beobachtete, wie man einem kleinen Jungen half sein Eis zu retten, damit er wieder lacht.
Ich sah Dinge im Hintergrund, die dort nicht hingehörten. Ich sah Dinge im Hintergund, die in den Vordergrund gehörten. Ich sah eine falsche Welt.
Die Frau wischte mit ihrer dreckigen Hand eine Träne aus dem Gesicht des kleinen Mädchens und drückte es fest an sich. „Warum half ihr keiner? Warum half man einer alten Dame, deren Einkaufstüten ihre eigene Schuld trugen. Warum verhalf man einem Junkie in den Drogenrausch? Und warum versuchte man einen kleinen Jungen zum lachen zu bringen, der vor drei Sekunden noch glücklich an seinem Eis schleckte? Warum taten die Menschen das?“, fragte ich mich.
„Warum half niemand der Frau und dem Mädchen? Warum half ihr niemand, wenn wir es doch alle sahen? Warum half ihr niemand, obwohl wir doch alle sahen, dass sie die ärmste von allen war?“ Ich konnte es nicht verstehen.
Ihre Tüten trugen keine Schuld, sondern nur ein paar alte Kleidungsstücke und ein Spielzeug für das kleine Mädchen. Sie war auch kein Junkie, schnurrte nicht nach Geld und Zigaretten. Und ihr Lachen hatte erst gar keinen Platz mehr in ihrem Gepäck bekommen.
„Sie war doch die ärmste von allen. Warum half ihr keiner?“
„War sie zu unscheinbar?“, fragte ich mich. Vielleicht hätte sie sich lieber ein pinkes Shirt überziehen sollen, sowie die alte Dame einen pinken Mantel trug.
„Vielleicht war sie aber auch zu still.“, stelle ich fest. Vielleicht hätte sie eher schreien sollen, sowie der kleine Junge, dem das Eis runtergefallen war.
„Oder sie hätte einfach aufdringlicher sein müssen.“, schlussfolgerte ich. Vielleicht hätte sie den Menschen so hinterher betteln sollen, wie es der Junkie tat.
„Vielleicht hätte sie all das tun sollen. Vielleicht hätte man dann auch ihr geholfen.“, überlegte ich.
Aber sie war so unscheinbar, so still und so ruhig, dass man ihr nicht half.
Dabei war sie die Ärmste von allen.
Ich drehte mich um und schlenderte in Richtung Café. Ich entschied mich für den Coffee To Go um die Realität runterzuspülen. So wie es alle taten. Innerhalb von fünf Minuten süffelte ich meinen Kaffee weg und tatsächlich die Realität ließ sich jetzt um einiges besser vertragen.
Vom Café aus schaute ich aus dem Fenster und blickte wieder auf die andere Straßenseite. Auf ihre Seite. Die beiden saßen noch immer da. So unscheinbar, so still und so ruhig. Und die anderen liefen an ihnen vorbei. So kreuz und quer, so laut und so schnell.
„Aber vielleicht hätte sie einfach nur so sein müssen, wie die Oma, wie der Junkie oder wie der kleine Junge. Vielleicht hätte man ihr dann geholfen.“, dachte ich wieder.
Zum ersten Mal dachte ich wirklich darüber nach auf ihre Straßenseite zu gehen. Um ihr vielleicht zu sagen, dass sie es bloß wie alle anderen machen muss. Um ihr vielleicht zu sagen, dass … Oder um ihr gar nichts zu sagen und lieber hier drüben zu bleiben. Auf meiner Seite. Ich entschied mich für meine Seite und somit gegen die Realität.
Stattdessen bestellte ich einen zweiten Coffee To Go. Noch ein bisschen Stoff gegen die Realität.
Zuerst dachte ich man hätte mich vergessen, als ich nach 40 Minuten immer noch auf meinen Kaffee wartete. Doch dann kam eine kleine, pummelige Bedienung mit französischem Akzent auf mich zu und entschuldigte sich für die Verspätung, da sie eine heftige Diskussion mit einem Kollegen hatte, von dem sie dachte, dass er heimlich Trinkgeld eingesteckt habe, als sie die Kasse kontrollierte. Allerdings erzählte sie mir in gebrochenem Deutsch, dass sich ihr Verdacht als falsch erwies und sie die Schuldige war, da sie ein Stück Schwarzwelderkirschtorte für 3,40€, als ein Stück Rührkuchen für 2,50€ verkauft hat. „Aber Chef sagte mir, dass ich suchen muss die Fehler erst bei mir und dann bei die andere.“, kicherte sie und servierte mir als Entschädigung einen extra großen Coffee To Go und ein Stück Apfelkuchen.
Die kleine, pummelige Bedienung mit französischem Akzent drehte sich um und tänzelte davon. Ich schob das Stück Kuchen beiseite und schwenkte den Kaffee ein paar Mal hin und her. „Aber Chef sagte mir, dass ich suchen muss die Fehler erst bei mir und dann bei die andere.“, wiederholte es sich immer und immer wieder in meinem Kopf.
Nach fünf Minuten tat ich dann etwas, bei dem ich vor wenigen Minuten noch den Kopf geschüttelt habe und lieber noch einen Schluck Kaffee genommen habe.
Der Fehler lag nicht an ihnen. Die Frau war nicht Schuld. Der Fehler lag ganz allein bei mir. Ich war Schuld.
Ich hüpfte vom Stuhl, packte mir den Kaffee und das Kuchenstück und verließ das Kaffee. Der Regen hatte nachgelassen. Mit großen Schritten stolzierte ich zur Ampel, an der ich vor wenigen Stunden schon einmal stand. Dieses Mal blieb ich aber nicht stehen.
Die ersten Autos sammelten sich wieder vor der Ampel und hinter mir stand eine ganze Meute von Menschen, die auf das Grünzeichen warteten. Links neben mir stand ein älterer Herr, dessen Blick starr auf die Ampel gerichtet war und auch das kleine Mädchen neben ihm wartete sehnsüchtig auf das grüne Ampelmännchen. Alle schauten gespannt auf die Ampel. Auch ich. Ich schaute noch genau wie alle anderen auf das rote Ampelmännchen. Dann sprang die Ampel um und die Meute rannte los. Ich rannte mit. Sämtliche Taschen und Einkaufstüten rammten sie mir in die Rippen. Ich rammte sie alle zurück. „Ey, renn doch nicht so!“, pöbelte mich ein Mann von hinten an und zog mich am Ärmel. Mit einem Mal riss ich mich los und rannte weiter. Als die Ampel wieder auf Rot umsprang, stand ich schon längst auf der anderen Straßenseite. Auf ihrer Seite. Wie angewurzelt stand ich jetzt da. Meine Beine fühlten sich an wie Blei. „Ja, erst losrennen und dann mitten im Weg stehen bleiben. Das sind mir die Richtigen.“, schnauzte der Mann von eben mich ein zweites Mal an. Gerne hätte ich ihm ein zweites Mal einen Konter gegeben, aber ich konnte nicht. Alles was ich sagte war: „Sie ist weg.“
Die Frau und auch das Mädchen waren verschwunden. Ich hatte zu lange überlegt. Zu lange hatte ich gewartet. Jetzt setzte ich mich auf den Boden, genau an die Stelle, an der auch die Frau saß. Ich saß Ewigkeiten dort unten auf dem kalten, nassen Boden und beobachtete die Leute. Ich sah ihnen zu, wie sie sich mit Ketchup und Mayonnaise vollkleckerten. Ich sah zu, wie ihre Zunge die Mundwinkel nach den letzten Salzresten abtastete und wie sie ihre fettigen Finger ableckten. Ich saß eine ganze Ewigkeit dort unten auf dem kalten, nassen Boden und wartete.
In der Zwischenzeit war es dunkel geworden und die Straßenlaternen gingen an. Der Kaffee war mittlerweile zum Eiskaffee mutiert und das Stück Kuchen von kleinen Krabbeltieren überfallen.
Irgendwie schaffte ich es noch meinen Körper hochzuhieven und in die Bahn einzusteigen. Auf dem Weg nachhause dachte ich viel darüber nach, was die Frau und das Mädchen wohl gerade tun. Vielleicht hatten sie doch noch Glück, vielleicht war ein Anderer mutiger. Vielleicht hat ein Anderer früher eingesehen, dass wir den Fehler zuerst bei uns suchen müssen. So unwahrscheinlich ist das doch auch gar nicht, oder? Im Grunde genommen ist es eine fifty fifty Chance, stimmts? Entweder du erkennst, den Fehler an dir und siehst, dass deine Hilfe benötigt wird oder du suchst noch immer den Fehler bei den Anderen, und schaust einfach weg und hilfst lieber einer alten Dame, einem Junkie und einem kleinen Jungen.
Wenn du das tust, dann hast du auch geholfen. Du hast die Oma vor Rückenbeschwerden gerettet, den Junkie vom Entzug und den kleinen Jungen hast du den Eisbauch gerettet.
Aber hättest du der Frau und dem Mädchen geholfen, dann hättest du ihre durstige Kehle und ihren hungrigen Bauch gerettet. Du hättest ihr Lachen gerettet und ihre Tränen weggewischt. Du hättest ihnen Schutz, Halt und Sicherheit gegeben. Ja, du hättest zwei Leben gerettet.
Ich hätte es an diesem Tag auch tun können, aber ich habe lieber weggesehen und die Realität mit Kaffee hinuntergespült.
Jetzt, wo die Wirkung des Kaffees weg ist, merke ich, was ich falsch gemacht habe. Ich merke die Realität. Ich spüre, wie das echte Leben an mir hängen geblieben ist. Ich spüre, dass ich helfen muss.
Aus diesem Grund gebe ich eine Spende, an all diejenigen, die meine, und auch deine, Hilfe genau jetzt und nicht erst morgen benötigen.
Und vielleicht kommt ja auch ein kleiner Teil von meiner Spende bei der Frau und dem Mädchen an. Das wäre schön.

Diese Geschichte lag mir sehr am Herzen. Ich möchte euch damit nur zeigen, dass wir hinsehen müssen und nicht versuchen wegzusehen. Wir müssen hin gehen und nicht weggehen. Wir müssen jetzt keinen Coffee To Go mehr trinken, um die Realität zu vergessen. Wir müssen jetzt die Straßenseite wechseln. Und nicht erst beim zweiten oder dritten Mal grün. Sondern jetzt.
Traut euch, seid mutig, habt keine Angst und tut es nicht, wie ich, wenn es schon zu spät ist.

„Aber Chef sagte mir, dass ich suchen muss die Fehler erst bei mir und dann bei die andere.“In diesem Sinne begrüße ich alle Flüchtlinge. All diejenigen, die unsere Hilfe jetzt am meisten benötigen.

REFUGEES WELCOME

Hier könnt auch ihr sagen „Refugees Welcome“, euch informieren und einen kleinen Beitrag spenden: http://www.blogger-fuer-fluechtlinge.de/spenden/geld-spenden/

35 Comments

  • Lebensart September 22, 2015 at 21:01

    Hallo Mona,

    wie du es selbst gemerkt hast, ist es nie zu spät zu helfen. Helfen kann man immer und es ist so einfach.
    Mit Spannung habe ich deine Erzählung, und es war als währe ich dabei gewesen, gelesen. Hut ab zu deinem Artikel, der ist so gut, dass ich ihn wohl noch ein paar Mal lesen muss.
    Ich bin beeindruckt.

    Sei lieb gegrüßt.
    Christian

    • Mona Kuehlewind September 22, 2015 at 21:14

      Lieber Christian,
      da hast du Recht. Es ist NIE zu spät.
      Mich hat die Begegnung auch sehr mitgenommen und der Gedanke der Frau und dem Mädchen nicht geholfen zu haben, tut mir noch immer ein bisschen weh. Ich war sogar heute ein zweites Mal an dem Ort, an dem ich sie beobachtet habe. Aber ich konnte sie nicht auffinden. Ich wünsche mir so sehr ihnen noch einmal zu begegnen.
      Soooo groß ist Hamburg ja auch gar nicht, vielleicht habe ich Glück.

      DANKE für deine Worte. Alles Liebe, Mona.

  • Beat(e)s Welten September 22, 2015 at 23:30

    Was für ein toller Text! Ausdrucksstark und berührend! Danke!!!

  • Der Pfeifenkopf September 23, 2015 at 6:52

    Man möchte ja sagen: Aber du hättest doch…. Aber wie oft verpasst man auch selbst den richtigen Moment zu helfen? Das Lesen schnürte mir die Luft ab. Danke das du es doch noch eingesehen hast, Hilfe zu geben wo sie gebraucht wird ist so unglaublich wichtig in „unserer“ Wohlstands- und Egoismusgesellschaft. Wir haben genug um da zu helfen wo es mangelt. Man muss es nur einfach tun, wie du ganz richtig beschreibst, der Moment vergeht häufig doch schneller als man sich selbst überwindet zu helfen. Und damit ist dann niemandem geholfen.

    • Mona Kuehlewind September 23, 2015 at 12:20

      Ein schöner Kommentar. Danke. Die Luft wollte ich allerdings niemandem abschnüren, aber den ein oder anderen dazu bewegen genau jetzt zu handeln. Du hast auf jeden Fall die richtige Einstellung, von der sich viele ein Beispiel nehmen sollten, auch ich. DANKE 🙂

  • smamap1 September 23, 2015 at 8:59

    Eine absolut tolle Geschichte. Danke dafür. AUCH für die Geschichte, aber v.a. für den Denkanstoß, bei dem es nicht bleiben soll und wird.

    • Mona Kuehlewind September 23, 2015 at 12:19

      Ich habe auch Dir zu danken! Es ist ein schönes Gefühl, dass einfache Worte scheinbar doch die Macht haben die Welt zu bewegen. Toll!

  • Anonymous September 23, 2015 at 11:18

    Wow, Du wächst über Dich selbst hinaus, der Text ist absolut lesens- und nachdenkenswert. Danke für Deine Geschichte. Mama

  • julewech September 24, 2015 at 23:49

    Ein ganz besonderer Text , den ich sehr gern gelesen habe …
    da sage noch mal einer , unsere Jugend macht sich keine Gedanken , „pöh !“
    Liebe Mona , ich danke dir für diesen Text und vor allem für deine Gedanken und erst recht für den Gedankenanstoss dahinter …

  • Woodstock September 25, 2015 at 4:30

    Hallo liebe Mona,

    Vielen Dank für deinen berührenden Text. Es ist richtig, dass man ein Bewusstsein für das Leid der anderen Erdenbewohner entwickeln muss, dass man evtl.auch unbewusst mitverschuldet hat.
    Aber die Ursachensuche sollte man trotz der Akuthilfe nicht aus den Augen verlieren. Sonst wird man nur noch mit der Akuthilfe beschäftigt sein.
    In einem System, dass auch aus den Steuergeldern deiner Eltern Kriege und Waffen herstellt und es an krisenbesetzte Gebiete der Erde nicht selten an beide Seiten der sich bekriegenden Parteien liefert -für den Profit- ist ein glückliches Leben für niemanden möglich. (Deutschland ist drittgrößter Waffenexporteur der Welt)
    Wie dein Foto für mich schon ganz richtig zum Ausdruck bringt, sind sowohl die Flüchlinge, als auch wir bis jetzt Opfer in diesem jahrtausende alten Spiel und sollten die Chance nutzen dies jetzt zu erkennen und gemeinsam neue Wege gehen. Analysieren wir die wahren Ursachen, statt nur die Strohfeuer zu löschen. Das wäre sonst zu kurz gedacht. Ich freue mich, dass jetzt wo wir unmittelbar mit den Auswirkungen konfrontiert werden, unser Bewusstsein für die Zusammenhänge wachsen kann und wünsche dir alles Liebe auf deinem Lebensweg und der Bewusstwerdung.
    „Denn du irrst, wenn du denkst hier steht jeder für sich. Was gegen uns geht, geht gegen dich. An jedem Start ist ’ne Ziellinie und wir sind alle gleichweit und aus einer Familie, um die Tests dieser Zeit zu bestehen und um weiter zu gehen, muss hier jeder sein Ego in Demut zurück nehmen“ (von Thomas D. -Gebet an den Planet-)

    LG Woodstock

    P.S.: Du hast sehr viel Talent berührende Geschichten zu Schreiben. Mit dem gleichen Verstand,der dafür nötig ist, ist es auch sinnvoll im Internet zu recherchieren, ob deine Spenden auch wirklich bei den Hilfebedürftigen ankommen und was die Ursachen für das Elend in anderen Gebieten der Erde sein könnte und der Kausalkette zu folgen. Nochmals alles Liebe.

    • Mona Kuehlewind September 25, 2015 at 11:15

      Lieben Dank für deinen sehr informativen, inspirierenden und lieben Kommentar. Schön, dass es Menschen gibt, die die Augen vor der Wahrheit nicht wieder schließen und nicht versuchen „die Realität mit einem Coffee To Go herunterzuspülen“.
      Übrigens ein sehr schönes Zitat. Das habe ich mir direkt aufgeschrieben.
      Ich würde mich freuen wieder von dir zu Lesen und zu Hören. Alles Liebe, Mona 🙂

  • rollinger September 25, 2015 at 11:21

    Oh, Du hast das wirklich erlebt? Wieso bist Du nicht direkt da rüber und hast denen ein Essen spendiert. Also ich würde zusammenbrechen wenn ich das sehe.
    Wenn man selbst Kinder hat wird man verletzlicher aber auch schnell handelnd und pragmatisch. Habe ich an mir festgestellt.

    • Mona Kuehlewind September 25, 2015 at 11:31

      Die Frage habe ich mir auch immer und immer wieder nach diesem Erlebnis gestellt, und ich glaube die Antwort lautet, dass ich nicht mutig genug war. Ich hatte Angst. Aber weil ich dies so sehr bereue, habe ich genau diesen Text geschrieben, um wenigstens so einen kleinen Teil beizutragen und den Menschen zu helfen.

      • rollinger September 25, 2015 at 11:40

        Das ist sehr gut wenn man das durch seine Ehrlichkeit erkennt. Dann macht man es anders. Ja, vielleicht löscht man ein Strohfeuer. Aber es ist eigentlich ein Notfall. Ich kann nicht sagen „Oh böses Nestlé“ während vor mir ein mensch verdurstet. Man kann nicht immer bei der Ursuppe anfangen.
        Auf deinem Foto sehe ich, dass Du sehr jung bist und ich war in diesem Alter…ohje Dumm wie Suppe. Ich hätte nicht mal so einen Text hinbekommen oder die Frau gar bemerkt.
        Heute bin ich da anders. Aber das leben schult einem und die Erfahrung und ähnliche Situationen wenn man mal auf der bösen Straßenseite steht machen einem sensibel.
        Ich denke Du hast das gut gemacht. Du hast zu spät geholfen aber einen Weg entdeckt, den Du in Zukunft sicher genau so einschlagen wirst, nur eben früher. Bravo.

        • Mona Kuehlewind September 25, 2015 at 18:53

          Ich denke das es einfach wichtig ist seine Fehler zu erkennen, um diese beim nächsten Mal einfach gleich richtig zu machen. Danke für deinen Kommentar!

          • rollinger September 26, 2015 at 10:43

            Bewundernswert. Ich brauche manchmal Tage, Wochen und Monate um Fehler zu erkennen und vor allem, um sie mir einzugestehen. Bei dir war das ja gar kein Fehler, es liest sich wie ein Reifungsprozess durch einen Schock.

          • Mona Kuehlewind September 26, 2015 at 12:02

            Ja, „Reifungsprozess“ ist glaube ich das richtige Wort. Danke für deinen Kommentar!

  • Flüchtlingslage(r) – Lokal in HH | Glück ist überall Oktober 2, 2015 at 22:16

    […] andere Blogger darüber – ich hoffe es sehr. Ich bin über Monas Besuch auf meinem Blog, auf ihrem Blog gelandet. Und sie hat vorbildlich einen Text über ihre persönlichen Erfahrungen gepostet und ist […]

  • Bellatrix17 Oktober 11, 2015 at 14:56

    Sehr schön geschrieben 😉

  • Gunther Werner Oktober 12, 2015 at 21:28

    Toll erzählt! Derzeit derzeit jeden Donnerstag und Freitag mit 16-18-jährigen Flüchtlingen im Unterricht (ab Februar voraussichtlich jeden Wochentag) und versuche ihnen, Deutsch beizubringen und auch sonst ein bisschen Lebensmut zu geben. Es ist eine der schönsten Aufgaben, die ich jemals als Lehrer hatte.

  • hansjoachimantweiler Oktober 14, 2015 at 20:16

    Wenn Ich mich der Gefahr aussetzen möchte böse zu sein schreibe Ich jetzt weiter
    „Böse“ bedeutet ethymologisch, sprachkundig schlicht „aufgebläht, zu viel“
    Paracelsus, ein kosmisch-ganzheitlicher Arzt : Die Dosis macht das Gift
    In You Tube gibt Es reichlich Beiträge zur Thematik Flüchtlinge, ein Studienfeld.
    Selbst Europäische Prophezeiungen sprachen von den „Vielen Fremden“…
    Die Bevölkerung hat unter sich schon Schwierigkeiten. Siehe Katholiken und Protestanten.
    Jetzt kommen Alaviten, Suniten und Schiiten, denn auch der Islam ist in sich uneins
    Ich liebe Menschen, doch haben tierverachtende Experimente gezeigt, das Nagetiere in zu engem Raum
    Ihr Verhalten verändern. Wohingehend ?
    Wir“ bekämpfen“angeblich die Arbeitslosigkeit. Und die Politiker wollen all die vielen Menschen in Arbeit bringen.
    Wie? Glaubst Du das ? Ich bin Idealist. Doch ist Weihnachten, das Fest der Liebe, bei Uns für Polizei und Sozialdienste ein jährlicher „Großeinsatz“
    Was stimmt da nicht ?
    Lass den Euro an die Wand fahren. Was dann ?
    Ich stelle Fragen. Habe eine gewisse Menschenkenntnis und Lebenserfahrung.
    Im Frühjahr beschäftigte Ich rümänische Wanderarbeiter im Garten
    Heute habe Ich kein Geld mehr. Letzte Woche klingelte wieder einer. Trauriges nein.
    Joachim von Herzen
    Mit Trauerflor

  • derfuchsi Oktober 17, 2015 at 23:05

    Schöner rührender Text. Du hast wirklich Talent für packende Texte.
    Dieser hat aber leider einen Fehler. Ich finde ihn zu schön formuliert um wirklich wahr zu sein. Für mich klingt das wie eine erfundene Geschichte mit der guten Absicht die Leute wachzurütteln (Was ja auch nichts Schlechtes wäre).
    Falls du das wirklich so erlebt hast, sorry für die Unterstellung aber das waren wirklich meine ersten Gedanken.

    • Mona Kuehlewind Oktober 17, 2015 at 23:09

      Ich danke Dir sehr! Natürlich habe ich diese Situation nicht eins zu eins so erlebt, aber ähnlich. Und mindestens genauso schmerzend, bewegend und emotional. Ich hoffe, dass das kein Problem darstellt, aber ich habe einfach zu viel Fantasie um die Wahrheit wahrheitsgetreu darzustellen. Entschuldige bitte!

    • hansjoachimantweiler Oktober 17, 2015 at 23:27

      Liebende Mona,

      Spreche von „Schuld“ und Du bist schuldig. Ein Akt von Selbstbestrafung setzt ein Oder Gegenangriff
      Dichter Künstler kneten die steinharte konstruierte Realität bis Sie Sich in eine andere oder Die Wirklichkeit
      verwandelt hat. Wenn Dir ein Mitmensch mit Unterstellungen entgegentritt dann sei wachsam
      Viele Menschen bestehen auf Ihrer Deutung von real und lassen zunächst nur diese gelten
      Künstler sind Systemstörungen
      Wie in der Trilogie „Matrix“ so schmerzhaft verdeutlicht
      Streiche die Eva & Adam Schuld und Racheorgie aus Deiner Wortfarbenpalette und wähle einfach dafür
      Verantwortung das ist ein Wortwesen der Liebe Schuld ein Unwesen der Angst
      Womöglich setzt Du den Zusatz hinzu: Lesen des Textes auf eigene Verantwortung
      Füchse sind schlau Eulen klug Wölfe sozial und Menschen freie Künstlerseelen

      Danke, Dir
      Joachim von Freigeist

  • mahrsmann Oktober 19, 2015 at 19:44

    Hallo Mona,
    großer Text, ob echt erlebt oder nicht. Warum? Weil es um Menschen und Menschlichkeit geht, um Gefühle, weil der Text Leid spürbar macht und weil es eben nicht um Zahlen, Nutzen, Risiken, Geld, Obergrenzen, Dämme und Zäune geht. Halt wirkliches Leben und darum, wie wir uns fühlen, wenn wir nicht mehr den Kopf in den Sand stecken können

  • doubtthinklove Oktober 23, 2015 at 18:17

    Ein sehr wichtiger und inspirierender Text. Zur rechten Zeit.
    Ich wünsche mir mehr solcher Texte und mehr Menschen, die hin- und nicht wegsehen.
    Denn schon jedes kleine Lächeln, das wir verschenken, macht die Welt ein bisschen wärmer.
    Danke.

  • Hans Oktober 27, 2015 at 23:33

    wer soll das alles lesen?
    also wenn man einen Psychologen braucht, und keiner Zeit hat, dann ist es vielleicht nicht schlecht….
    alles Gute und ….. nichts für ungut! 😉
    HUM

  • peter bachstein Oktober 28, 2015 at 18:45

    ich kenn solche situationen, hab sie selbst erlebt. so ganz frei kann man sich von diesem zaudern und zögern offenbar nicht machten – trotz aller guten vorsätze.

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