We have to say goodbye, Hamburg

Januar 6, 2017

„25 days to go until we have to say goodbye, Hamburg“, tippte ich gestern die Worte in mein Smartphone und dabei wurde mir klar, dass es nun verdammt ernst wird. So ernst, dass sich jetzt schon wieder die nächsten Schweißperlen auf meiner Stirn bilden und meine Fingerspitzen langsam, aber vorsichtig beginnen zu zittern. Denn ich fühle mich nicht bereit. Überhaupt nicht.

Der Tag, an dem ich Hamburg verlassen muss, ist mir seit einem halben Jahr bekannt, doch lag der Tag noch so fern, war vielmehr ein weit entfernter, dunkler Punkt auf meinem Lebensweg, dessen Umrisse ich allerhöchstens mit zusammengekniffenen Augen sehen konnte.
Doch jetzt sehe ich ihn so klar und deutlich, dass bei seinem Anblick meine Augen ganz glasig werden und ich die salzigen Tränen mit der Zungenspitze auffangen kann.
Dabei ist es nicht der Punkt selbst, der meine Tränen entzündet, sondern die Tatsache, dass etwas Altes endet und etwas Neues beginnt.
Das alte Etwas, das ist Hamburg – dieses wollig warme Gefühl, wenn ich durch die Straßen schlendere, der kalte Windstoß durch mein Haar streicht und der Duft von Geborgenheit, den ich wie eine Droge einatme.
Das neue Etwas, das ist Amsterdam – dieses eisig kalte Gefühl, wenn ich mich durch die Gassen stolpern sehe, der Wind um die Ohren saust und der Duft von Alleinsein, den ich in unregelmäßigen Atemstößen ausatme.

Ich weiß, dass ich neue Menschen kennen lernen werde und bin mir sicher, dass wenn der Tag kommt, an dem ich Amsterdam verlassen muss, genauso zerrissen vom Gefühl sein werde. Aber ich weiß auch, dass man am Anfang immer allein und fremd ist und wenn es nur die ersten Stunden sind, können es dann doch die längsten sein.

Bis ich Hamburg verlasse, bleiben mir nun noch 25 Tage. Für diese 25 Tage habe ich mir vorgenommen, die Stadt noch einmal zu genießen. Dazu gehören für mich ganz viele Cafébesuche, ein Stadtbummel, lange Spaziergänge an Alster und Elbe und ein Ausflug in die Speicherstadt und den Oberhafen.

Vielleicht mag das alles völlig übertrieben klingen, denn am Ende muss ich Hamburg eigentlich gar nicht für immer „Tschüss“ sagen. Eigentlich muss ich vielmehr „Auf Wiedersehen“ sagen, denn im Sommer komme ich zurück und werde genau da weiter machen, wo ich hier aufgehört habe. Das war zumindest immer der Plan. Allerdings beschleicht mich zurzeit das Gefühl, dass alles anders kommen wird und ich Hamburg im Sommer nicht wiedersehen werde.
Wahrscheinlich ist es aber auch nur meine Fantasie, die mich mal wieder über Wellen reiten sieht.

 

4 Comments

  • die_zuzaly Januar 6, 2017 at 15:08

    servus dir Mona –
    – sei nicht traurig – es öffnen sich andere Tore – sammle so lange du kannst Erfahrungswerte – Hamburg bleibt dir im Herzen erhalten – mit der Gewissheit es bald wieder zu umarmen und aufs Neue zu entdecken – – es ist wie an einen lieben Menschen zu denken – der weit weg ist und doch so nah –
    mit herzlichen Drei-Königs-Grüßen –
    Namaste
    die_zuzaly <3

  • tastesheriff Januar 6, 2017 at 15:33

    Liebe Mona,
    ach das wird ganz wunderbar in Amsterdam! Ich bin mir sicher… und bestimmt auch viel wärmer! Ich wünsch Dir viel Spass und viel Glück und saug alles auf was kommt! Alles Liebe
    Clara

    • Mona Kuehlewind Januar 6, 2017 at 15:36

      Liebe Clara,
      ach ich freue mich ja auch, nur wissen wir doch beide, dass Hamburg einfach die schönste Stadt der Welt ist 😉
      Aber ich werde deinen Rat befolgen!
      Alles Liebe,
      Mona

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